Mittwoch, Juli 29, 2026
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Bercher Mädels krönen sich zum Bayerischen Meister

Manche Titel gewinnt man mit spielerischer Leichtigkeit. Andere gewinnt man mit Herz, Zusammenhalt und dem unbedingten Willen, niemals aufzugeben. So einen Titel haben sich unsere Bercher Mädels am vergangenen Sonntag gesichert. Nach einem emotionalen Auf und Ab durfte der TSV Bergrheinfeld am Ende den größten Erfolg im bayerischen Feldkorbball feiern: Bayerischer Meister 2026!

Für die Bayerischen Meisterschaften qualifizierten sich jeweils der Meister und Vizemeister der Landesligen Nord und Süd. Dass wir überhaupt als Vizemeister anreisen mussten, schmerzte noch immer ein wenig. In der Landesliga fehlte uns gegen Nordheim im direkten Vergleich genau ein einziger Korb zum Meistertitel. Ein einziger Treffer, der gereicht hätte, damit das allgemeine Korbverhältnis entschieden hätte – und dort wären wir klar vorne gewesen. Umso größer war die Motivation, auf der Bayerischen Meisterschaft zu zeigen, welche Mannschaft in diesem Jahr wirklich das stärkste Gesamtpaket mitbringt.

Als Favoriten gingen Nordheim und unsere Bercher Mädels ins Turnier. Doch schon im ersten Spiel gegen den SV Stöttwang aus dem Allgäu wurde klar: Geschenkt bekommt heute niemand etwas. Zwar führten wir zur Halbzeit souverän mit 5:1, doch Stöttwang kämpfte sich noch einmal auf 5:4 heran. Plötzlich wurde aus einer scheinbar sicheren Partie ein echter Nervenkrimi. Doch unsere Mädels bewiesen Ruhe, zogen wieder davon und brachten den 7:5-Erfolg verdient nach Hause. Noch besser: Im Parallelspiel trennte sich Nordheim überraschend unentschieden von Geisenried. Alle Gegner hatten bereits Punkte liegen gelassen – ein klarer Vorteil für uns.

Im zweiten Spiel gegen Nordheim fanden wir nie richtig ins Spiel. Was unsere Mannschaft seit Jahren ausgezeichnet hatte – Sicherheit, Selbstverständlichkeit und Treffsicherheit – war wie weggeblasen. Über die gesamten 30 Minuten gelang uns kein einziger Korberfolg, obwohl wir uns vor allem zu Beginn zahlreiche gute Chancen erspielten. Natürlich war auch etwas Pech dabei, mehrfach rettete der Korbrand für Nordheim. Am Ende mussten wir uns aber eingestehen, dass unsere Würfe einfach nicht gut genug waren. Nordheim ging durch einen verwandelten Freiwurf mit 1:0 in Führung. Als die Zeit davonlief, öffneten wir taktisch unsere Abwehr, um schneller wieder in Ballbesitz zu kommen. Der erste Versuch der Nordheimerinnen blieb noch ungenutzt, doch beim zweiten Mal nahmen sie die Einladung an und erhöhten zum 2:0-Endstand. Die Enttäuschung war riesig. Der Traum vom Titel schien geplatzt.

Vor der letzten Runde war die Rechnung einfach – und gleichzeitig unglaublich schwer: Wir mussten Geisenried schlagen und gleichzeitig musste Nordheim gegen Stöttwang verlieren. Die meisten rechneten wohl damit, dass Nordheim seine Aufgabe lösen und den Titel holen würde. Für uns schien maximal noch Platz zwei möglich. Doch genau jetzt zeigte sich, warum diese Mannschaft etwas Besonderes ist. Vor dem letzten Spiel war die Stimmung verständlicherweise gedrückt. Trotzdem war die Botschaft klar: Solange noch gespielt wird, wird nicht aufgegeben. Auch Nordheim musste sein Spiel erst einmal gewinnen. Also wollten wir unseren Teil erledigen. Der Start verlief allerdings alles andere als perfekt. Wieder fanden wir offensiv überhaupt nicht ins Spiel und lagen zur Halbzeit mit zwei Körben zurück. Erneut hatten wir bis dahin keinen einzigen Treffer erzielt – eine Phase, wie wir sie in dieser Saison noch nie erlebt hatten. Dann sprach sich plötzlich der Zwischenstand des Parallelspiels herum: Nordheim lag deutlich zurück. Mit einem Schlag war sie wieder da – die Hoffnung. Man konnte förmlich spüren, wie ein Ruck durch die gesamte Mannschaft ging. Jeder Ball wurde erkämpft, jede Aktion füreinander gespielt. Plötzlich war die Überzeugung zurück. Unsere Bercher Mädels drehten die Partie, kämpften sich Korb um Korb zurück und gewannen am Ende mit 4:3. Als wenige Augenblicke später feststand, dass Nordheim tatsächlich verloren hatte, gab es kein Halten mehr. Spielerinnen, Trainer und Fans lagen sich jubelnd in den Armen (ok, der ein oder andere brauchte etwas, um es zu glauben).

Was kurz zuvor noch unmöglich schien, war tatsächlich Wirklichkeit geworden: Der TSV Bergrheinfeld ist Bayerischer Meister! Vielleicht war es spielerisch nicht unser bester Tag. Vielleicht waren wir zu verkopft und haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Aber genau deshalb fühlt sich dieser Titel so besonders an. Denn Meister wird man nicht immer mit den schönsten Spielzügen oder den meisten Körben. Meister wird man, wenn man als Mannschaft zusammensteht, füreinander kämpft und auch dann nicht aufgibt, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht. Genau das haben unsere Bercher Mädels an diesem Sonntag eindrucksvoll bewiesen. Dieser Titel ist deshalb nicht der Beweis für einen perfekten Turniertag. Er ist der Beweis für den außergewöhnlichen Charakter dieser Mannschaft, für ihren Zusammenhalt und für den unglaublichen Teamgeist, der unseren TSV Bergrheinfeld auszeichnet. Ein riesiges Dankeschön gilt auch allen Fans, Familien und Unterstützern, die uns den ganzen Tag begleitet und bis zur letzten Sekunde an uns geglaubt haben. Gemeinsam haben wir diesen unvergesslichen Erfolg erlebt.

Bayerischer Meister 2026 – das bleibt für immer.

Korbschützen: Sophie Huppmann 3, Jule Hirschmann 2, Emma Sinner 2, Lale Selzam 2, Thea Ernst, Teresa Eusemann

gez. Nicole Triebel